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12.08.2013 - Reparaturarbeiten im Tunnel Königshainer Berge bis Jahresende abgeschlossen

Nach dem schweren Brandereignis im Tunnel Königshainer Berge hat es umfangreiche Untersuchungen der Schäden durch die Spezialisten gegeben, die inzwischen abgeschlossen werden konnten. Das abschließende Gutachten zur Tunnelschale lässt allerdings weiter auf sich warten. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse deuten aber bereits darauf hin, dass die durch die starke Hitzeentwicklung des Brandes stark beschädigte Tunnelschale unter Umständen im Bestand saniert werden kann. Eine aufwändige Entfernung ganzer Betonschalenblöcke und die damit zusammenhängende statische Absicherung des darüberliegenden bis zu 48 Meter starken Erdreichs wäre damit nicht erforderlich. Endgültige Aussagen zur Tunnelstatik und Sanierungskonzeption der Tunnelschale werden aber erst nach Vorliegen des diesbezüglichen Gutachtens getroffen werden können. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die beschädigte Tunnelröhre spätestens Ende 2013 wieder im Normalbetrieb unter Verkehr genommen werden kann.

Inzwischen konnten umfangreiche Arbeiten bereits durchgeführt bzw. vorbereitet werden. Nach den ersten Begutachtungen erfolgte zunächst die Reinigung der Lüfter und der Tunnelröhre einschließlich Fahrbahn von der starken Verrußung, außerdem die Reinigung der Entwässerungseinrichtungen und der Havariebecken. Auch die Ersatzbeschaffung der beschädigten Steuerungs- und Überwachungstechnik ist bereits erfolgt, der Einbau kann allerdings erst nach der Reparatur der Tunnelschale erfolgen. Gegenwärtig läuft der Austausch der Lüfter. Wir haben alle beschädigten Lüfter ausgebaut und zur Reparatur zum Hersteller verbracht. Um die Funktionsfähigkeit zu jeder Zeit zu gewährleisten, da die gesperrte Südröhre als Rettungsröhre und Fluchtweg für die Nordröhre funktionsfähig sein muss, haben wir das Lüftungskonzept angepasst und mehrere Lüfter im Tunnel umgebaut.

In der vergangenen Woche sind zudem die Arbeiten an der beschädigten Fahrbahn angelaufen. Auf rund 20 Metern Länge muss ein Komplettaustausch der Betonfahrbahnplatten vorgenommen werden, anschließend werden auf weiteren Fahrbahnteilen Reparaturen im Bestand durchgeführt.

Die Arbeiten an der Tunnelschale sollen zeitnah nach Vorliegen des Gutachtens beginnen.

Nach Abschluss aller Arbeiten müssen umfangreiche Sicherheitsprüfungen, Technik- und Havarietests und ein Probebetrieb sicherstellen, dass die Tunnelröhre gefahrlos und voll funktionsfähig wiedereröffnet werden kann.

Die Kostenprognose beträgt nunmehr rund 2 Millionen Euro.

HINTERGRUND I

Der Tunnel Königshainer Berge ist nicht für Zweirichtungsverkehr je Tunnelröhre konzipiert und gebaut. Die Fluchtwege, Nothaltebuchten, Beschilderungen, Licht- und Lüftungsanlagen sind Bestandteile eines komplexen Sicherheitssystems und nur für eine Fahrtrichtung je Tunnelröhre ausgelegt. Im Havariefall oder bei einem schweren Unfall gäbe es durch einen dann beidseitigen Stau keine ungehinderte Zufahrt für Rettungsfahrzeuge zum Unfall- bzw. Havarieort mehr. Zudem wäre im Brandfall eine Selbstrettung im Tunnel befindlicher Personen nicht mehr sicherzustellen. Durch die Entwicklung von Rauchgasen im Brandfall, deren Entlüftung im Zweirichtungsverkehr zwangsläufig in eine der beiden Fahrtrichtungen erfolgen muss, würden die sich in dieser Tunnelrichtung befindlichen Personen gefährlichen Rauchgasen stark ausgesetzt. Damit steht eine solche Lösung außer Frage.

HINTERGRUND II

Eine nachträgliche Umrüstung des Tunnels Königshainer Berge, um diesen dann für zukünftige Havariefälle im Zweirichtungsverkehr nutzbar zu machen, ist nicht machbar.

So sind zum Beispiel Pannenstreifen unerlässlich, wenn je Richtung nur eine Spur verfügbar ist, da Unfälle oder liegengebliebene Fahrzeuge automatisch eine Vollsperrung und Staus verursachen. Außerdem erleichtern Sie Rettungsfahrzeugen den Zugang zum Unfallort. Schon die Errichtung solcher Pannenstreifen ist in den bestehenden Röhren aber praktisch nicht möglich. Dessen ungeachtet wird ein Zweirichtungsverkehr in einer Tunnelröhre durch die erschwerte Rettung und verkürzte Selbstrettungszeit durch Rauchgase immer ein deutlich höheres Risiko darstellen, selbst wenn alle Technik und Pannenstreifen nachgerüstet werden könnten. Deshalb ist eine Umrüstung auch aus ganz grundsätzlichen Erwägungen im Interesse der Verkehrssicherheit abzulehnen.

HINTERGRUND III

Die Entwicklung der Verkehre auf den Umleitungsstrecken ist nach wie vor angespannt, scheint sich aber nach Einschätzung des Landkreises Görlitz durch die zusätzliche Einrichtung der dritten Umleitungsvariante (U1) besser zu verteilen. Die aufgeworfene Frage nach der Verantwortung für die durch das erhöhte Verkehrsaufkommen auf den Umleitungsstrecken entstehenden Straßenschäden war bereits bei einem ersten Treffen mit den betroffenen Gemeinden und Landkreisen am 29. Mai geklärt worden: Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat gemeinsam mit ihnen im Juni Streckenbefahrungen vorgenommen und die Straßenzustände protokolliert. Analog soll eine erneute Streckenbefahrung nach der Freigabe der Tunnelröhre durch Umleitungsverkehre entstandene Schäden ermitteln. Für alle Straßen innerhalb des Einzugsbereichs der Umleitungsstrecken U5 und über die S111 und B6, deren Zustände sich im Sperrzeitraum verschlechtert haben, gewährt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Abstimmung mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr einen erhöhten Fördersatz von bis zu 90 Prozent für Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Kommunalstraßenförderung.

Im Tunnel Königshainer Berge in der Tunnelröhre der Richtungsfahrbahn nach Polen war es am 18. Mai 2013 infolge eines liegen gebliebenen und in Brand geratenen Lkw zu einer folgenschweren Beschädigung des Tunnelbauwerks sowie der tunneltechnischen Ausstattung gekommen. Der havarierte Lkw war ca. 500 Meter vor der Tunnelausfahrt in Richtung Polen zum Stehen gekommen und ist völlig ausgebrannt.

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