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08.11.2013 - Kamenz erhält touristische Unterrichtungstafeln an der A 4

Die Stadt Kamenz erhält eine touristische Unterrichtungstafel. An der A 4 weist künftig in Fahrtrichtung Görlitz zwischen den Anschlussstellen Pulsnitz und Ohorn eine der charakteristischen braunen Tafeln auf einen lohnenden Abstecher hin. Das sächsische Verkehrsministerium hat einem entsprechenden Antrag der Stadtverwaltung Kamenz zugestimmt.

Das fast 800 Jahre alte "Kamjenc" - aus dem Slawischen für "Ort am Stein" - gelangte im Mittelalter wegen der Lage an der von Schlesien bis nach Belgien reichenden königlichen Handelsstraße "Via Regia" zu Reichtum und Unabhängigkeit. Die Bedeutung der Stadt in der Oberlausitz ist bis heute an den zahlreichen sakralen Schätzen erkennbar. In der Hauptkirche St. Marien, eine der besterhaltensten Bürgerkirchen, befinden sich die Grabsteine der Eltern und Großeltern von Gotthold Ephraim Lessing, dessen Vater über fünfzig Jahre Pfarrer in Kamenz war. In der von einer Bürgerin Ende des 14. Jahrhunderts gestifteten Katechismuskirche mit vollständig erhaltenen Bauernmalereien von 1724 soll es eine verborgene Gruft geben. Die Klosterkirche St. Annen mit einem angeblichen Geheimgang zwischen der Kirche und der Stadtmauer und wertvollsten spätgotischen Schnitzaltäre aus dem frühen 16. Jahrhundert bildet mit der Zisterzienserinnenabtei St. Marienstern eine Doppelstation an der Via Sacra, die zu einzigartigen sakralen Bauwerken und Kunstschätzen im Länderdreieck Oberlausitz, Niederschlesien und Nordböhmen führt. Und die St.-Just-Kirche ist namentlich an "Jodokus", den Heiligen der Pilger gelehnt, und verdankt ihr Entstehen dem Jakobsweg, der ursprünglich durchgängig bis ins spanische Santiago de Compostela reichte. Heute ziehen dem Muschelzeichen folgend jährlich wieder hunderte Pilger durch die Stadt.

„Die sakralen Schätze in Kamenz sind ein beeindruckendes Zeugnis der Jahrhunderte alten Kirchengeschichte der Oberlausitz“, so Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok (FDP). „Mit der neuen Hinweistafel an der Autobahn wollen wir dafür sorgen, dass sich Touristen für einen Abstecher nach Kamenz entscheiden.“

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat heute die verkehrsrechtliche Anordnung zur Aufstellung der touristischen Unterrichtungstafel erteilt. Im nächsten Schritt ist die Stadtverwaltung Kamenz als Antragsteller gefragt: Die Aufstellung kann vorgenommen werden, sobald das Schild gefertigt ist.

Die Unterrichtungstafel finden Sie in der Anlage.

Hintergrund:
Im Freistaat Sachsen dürfen an Autobahnen zwischen zwei Anschlussstellen insgesamt bis zu vier touristische Hinweistafeln und damit doppelt so viele wie nach Bundesrecht allgemein vorgesehen aufgestellt werden. Eine entsprechende Verwaltungsvorschrift hatte der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Sven Morlok (FDP) 2011 erlassen.
Für touristische Unterrichtungstafeln an Autobahnen (StVO Zeichen 386.3) gilt in Ergänzung der Bundesrichtlinien für die touristische Beschilderung (RtB) im Freistaat Sachsen Folgendes:
a) Touristische Unterrichtungstafeln dienen als Hinweis auf touristisch bedeutsame Ziele.
b) Vor Anschlussstellen dürfen bis zu vier touristische Unterrichtungstafeln stehen, wenn es die örtlichen und verkehrlichen Verhältnisse zulassen.
c) Zwischen den einzelnen Unterrichtungstafeln soll ein Mindestabstand von 250 Meter eingehalten werden.
d) Unterrichtungstafeln nach den oben genannten Maßgaben sind auch an autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen möglich. Dies betrifft Straßen mit je zwei Fahrstreifen für eine Richtung, die durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche Einrichtungen getrennt sind. Voraussetzung ist, dass es sich um einen längeren Streckenabschnitt (ab ca. 10 Kilometer) außerhalb geschlossener Ortschaften handelt.
Die Kosten der Schilder tragen die Antragsteller.

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Pressekontakt

Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Zentrale

Isabel Siebert, Pressesprecherin und Bürgerbeauftragte

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