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28.11.2017 - Renaturierung des Kutschgeteiches Moritzburg hat begonnen

Zur Renaturierung des Kutschgeteiches Moritzburg soll eine Pflege- und Entwicklungskonzeption für das Naturschutzgebiet „Kutschgeteich Moritzburg“ in Teilen umgesetzt werden. Die Arbeiten haben bereits begonnen und werden bis März 2018 abgeschlossen. Das Naturschutzgebiet befindet sich rund 800 Meter östlich vom Schloss Moritzburg und weist aktuell Ausprägungen auf, die nicht dem Ziel des Naturschutzgebietes entsprechen. Durch Pflegemaßnahmen sollen die Voraussetzungen für eine naturschutzgebietskonforme Entwicklung der Maßnahmenfläche geschaffen werden. Biotopvielfalt und Lebensraumbedingungen für Sumpf- und Wasservögel sollen verbessert, invasive Neophyten zurückgedrängt werden. Die relativ dichten Laubwaldgesellschaften feuchter bis mittlerer Standorte sollen entsprechend dem Schutzziel zurückgedrängt werden. Schutzzweck ist die „Erhaltung und Entwicklung eines Feuchtgebietes mit naturnahen stehenden Kleingewässern, Röhrichten, Großseggenrieden, seggen- und binsenreichen Nasswiesen, Feuchtgebüschen und höhlenreichen Einzelbäumen als Lebensstätte für Tier- und Pflanzenarten, v. a. als störungsarmes Brut- und Nahrungsgebiet seltener Sumpf- und Wasservögel“. Die Maßnahmen sind mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Meißen sowie den Flächeneigentümern abgestimmt.

 

Das Baufeld umfasst eine Fläche von rund 70.000 Quadratmetern und ist infolge der aktuellen Vegetation und Baugrundbeschaffenheiten in verschiedene Maßnahmeflächen gegliedert. Im Wesentlichen ist die Fällung und Rodung von Gehölzaufwuchs und die Entschlammung von verlandeten Teichen zur Wiederherstellung der freien Wasserflächen mit unterschiedlichen Tiefenzonierungen vorgesehen. Durch sukzessiven Gehölzaufwuchs verdrängte Wiesen- und Kleingewässerflächen sollen wiederhergestellt und reaktiviert werden. Zum Schutz vor ungewünschten Ablagerungen von Gartenabfällen und sonstigen Siedlungsabfällen werden die Biotopflächen in Teilbereichen mit einem Wildschutzzaun abgezäunt.

 

In der vergangenen Woche wurde zunächst die Baustelle eingerichtet und Vermessungsleistungen ausgeführt. Im Vordergrund stehen seit dieser Woche nun zunächst Holzungsarbeiten auf der Waldrodungsfläche im Zusammenhang mit erforderlichen Entwässerungsarbeiten am durchlaufenden Graben, um eine teilweise mögliche leichte Absenkung des Oberflächenwassers zu erreichen.

 

Die Arbeiten werden rund 380.000 Euro kosten, diese werden durch den Freistaat Sachsen mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes finanziert.

 

Hintergrund

 

Für jeden Eingriff der Straßenbauverwaltung in Natur und Umwelt muss ein Ausgleich oder Ersatz geschaffen werden. Von der Ortsumgehung bis zum Radweganbau, sei es ein Straßen- oder Brückenbau, eine Stützmauer oder ein Regenrückhaltebecken, wo ein Eingriff oder Flächenverbrauch unvermeidbar ist, muss er kompensiert werden. Diese Verpflichtung stellt für die Straßenbauverwaltung oftmals eine große Herausforderung dar, weil geeignete Maßnahmen zu finden und entsprechende Flächen dafür zu erwerben sind. Dabei haben sogenannte Ökokontomaßnahmen Priorität. Die Niederlassung Meißen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr will nun vorsorgen: Statt wie üblich erst im Planfeststellungsverfahren zu einem konkreten Bauvorhaben Umweltmaßnahmen festzulegen, sorgt die Straßenbauverwaltung mit dieser und weiteren geplanten Umweltmaßnahmen für zukünftige Straßenbauprojekte vor. Die Verwendung eigener Ökokontomaßnahmen hat einige verfahrenstechnische und fachliche Vorteile. So kann der Entzug landwirtschaftlicher Nutzflächen für Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen verringert werden. Gleichzeitig können die Kräfte auf ökologisch hochwertige Komplexmaßnahmen konzentriert werden, die einen echten ökologischen Gewinn bringen. Die Menge der gewonnenen Ökopunkte ist auf beliebige Straßenbauvorhaben im Kreisgebiet abrechenbar. Der Punktevorrat wird zuvor durch die Untere Naturschutzbehörde bestätigt. Durch diesen Ansatz kann es gelingen, künftige Baurechtsverfahren zu entlasten und zeitlich zu verkürzen. Das Kontingent wird bei verschiedenen aktuellen und künftigen Vorhaben im Staats- und Bundesstraßennetz Anwendung finden.

 

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Meißen unterstützt diesen Ansatz und wirkt konstruktiv mit.

 

[Für weiterführende Recherchen zum Vorhaben Kutschgeteich kann auf Anfrage Kartenmaterial zur Verfügung gestellt werden.]

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Pressekontakt

Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Zentrale

Isabel Siebert, Pressesprecherin und Bürgerbeauftragte

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