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30.05.2017 - Gutachten bestätigt: S 154-Amphibienschutzanlage zwischen Lichtenhain und Sebnitz leistet wichtigen Beitrag für Naturschutz

Als Beispiel für das Engagement des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr auf dem Gebiet des Natur- und Artenschutzes informieren wir Sie über ein Projekt an der Staatsstraße 154:

 

Hier war im Jahr 2014 am „Hochbusch“ zwischen Lichtenhain und Sebnitz eine 700 Meter lange Amphibienschutzanlage hergestellt worden. Nun wurde dessen Wirksamkeit im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr und in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz überprüft. Ziel des Monitorings war es, Erkenntnisse über die Funktionsfähigkeit und die Zuverlässigkeit der Anlage zu erhalten und damit den Erfolg für den Artenschutz messen zu können.

 

Die Ausdehnung und technische Bauweise der Anlage war auf Basis einer umfangreichen Amphibienuntersuchung im Jahr 2008 umgesetzt worden. Das Amphibienvorkommen am „Hochbusch“ mit dem südwestlich angrenzenden „Fischbachtal“ ist das größte für den Nationalpark Sächsische Schweiz, weshalb besondere Bemühungen für deren Schutz notwendig sind.

 

Im Rahmen des Monitoring der Amphibienschutzanlage entlang der S 154 nördlich Lichtenhain wurden im vergangenen Jahr rund 9.500 Amphibien und Reptilien in jeweils acht Arten registriert. Die Tiere nutzen die eigens installierten Leiteinrichtungen und Durchlässe und konnten so die Straßentrasse sicher queren. Diese Erfassungszahlen bestätigen eine sehr gute Wirksamkeit. Dieser Befund wird insbesondere durch das häufige und regelmäßige Auftreten verhältnismäßig empfindlicher Spezies wie etwa junge Erdkröten, Berg- und Teichmolche und vereinzelt auch der Zauneidechse, gestützt.

 

So wurden im Jahr 2016 beispielsweise 9.231 Individuen der Erdkröte gezählt. Bei der Untersuchung 2008 wurden insgesamt nur 4.260 Individuen erfasst. Zwar sind 2016 35 Prozent weniger ausgewachsene Erdkröten aufgetreten, als noch im Jahr 2008, jedoch 77 Prozent mehr Jungtiere. Der Bestand der Erdkröte ist somit stabil geblieben und die Entwicklung der Jungtiere wurde erfolgreich gefördert. Ebenfalls ist der in 2016 registrierte Individuenbestand von Grasfrosch und Bergmolch im Vergleich zu 2008 deutlich größer. Die Arten Teichmolch, Zaun- und Waldeidechse wurden aktuell erstmals nachgewiesen. Der Monitoringbericht resümiert „[…] dass die Amphibienschutzanlage einen hervorragenden Beitrag zur Bestandssicherung und Populationsentwicklung mehrerer Artengruppen im Naturraum zwischen Lichtenhain und Sebnitz leistet.“

 

Die Kurzfassung des Monitoringberichts finden Sie im Anhang.

 

HINTERGRUND: Zwischen Sebnitz und Lichtenhain war 2014 der Einbau von insgesamt 17 Amphibiendurchlässen (die aber auch Kleinsäugern die Passage ermöglichen), drei Stopprinnen zur Anbindung von Wirtschaftswegen und der Bau von 1.300 Metern Amphibienleitwand (beidseits der S 154) durch das LASuV im Rahmen einer Ökokontomaßnahme vorgenommen worden. Durch diese Amphibienschutzanlage wird den naturschutzgesetzlichen Bestimmungen zum Artenschutz besondere Rechnung getragen, indem dadurch den Amphibien ermöglicht wird, gefahrlos die Straße zu unterqueren. Solche stationären Amphibienschutzanlagen stellen daher also nicht nur ein geeignetes und effizientes Mittel zum Schutz betroffener Populationen dar, sondern minimieren auch den Betreuungsaufwand mobiler Zaunanlagen für Mitarbeiter der Naturschutzverwaltung und ehrenamtliche Helfer.

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