1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

03.05.2016 - Bund und Freistaat fördern Schadensbeseitigung nach Hochwasser 2013 im Landkreis Zwickau

Der Landkreis Zwickau hat vier Förderbescheide über insgesamt rund 4,8 Millionen Euro vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr erhalten. Das entspricht einem Höchstfördersatz von 100 Prozent der förderfähigen Kosten entsprechend der Richtlinie zur Beseitigung der Hochwasserschäden 2013. Die Mittel werden aus dem Aufbauhilfefonds der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Sachsen für den Ersatzneubau des Stützbauwerkes einschließlich des grundhaften Straßenausbaus im Zuge der Kreisstraße K 9332 (Weißbacher Straße) östlich von Wiesenburg entlang der Mulde, für die Wiederherstellung der Straßenböschung im Zuge der Kreisstraße K 9315, für die Wiederherstellung des Bankett und die Beseitigung von Straßenschäden an der Kreisstraße K 9307 (Giegengrüner Straße) sowie  für den Ersatzneubau der Brücke zum Mühlgraben im Zuge der K 6710 in Schlunzig zur Verfügung gestellt.

 

Für den Ersatzneubau des Stützbauwerkes einschließlich des grundhaften Straßenausbaus im Zuge der Kreisstraße K 9332 (Weißbacher Straße) östlich von Wiesenburg entlang der Mulde stehen rund 3,1 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Maßnahme bildet ein von zwei Teilen der Hochwasserschadensbeseitigungsmaßnahme im Zuge der K 9332, von der Einmündung S 282 bis Ende der Stützmauer an der Zwickauer Mulde. Im Zuge der Hochwasserereignisse 2013 wurde die Stützwand entlang der Zwickauer Mulde erheblich geschädigt. Insbesondere kam es durch die weggespülte Vorlagebefestigung zu Unterspülungen der Mauer und einer Hinterfeuchtung des Bauwerks. Zudem weist die vorhandene Stützwand erhebliche Schäden in den Fugen und besonders an den Raumfugen auf sowie erkennbare Schäden an der Betonoberfläche (Mauerausbrüche). Mit der hier geförderten Baumaßnahme wird das neue Bauwerk als Stützwand mit gewässerseitigem Kragarm aus Stahlbeton in Ortbetonbauweise ausgeführt. Den Wandfuß bildet ein Kopfbalken, ausgeführt in Ortbetonbauweise, gegründet auf Großbohrpfählen mit einem Durchmesser von 0,88 Metern. Für die Ortbetonpfähle ist ein Achsabstand von 2 Metern vorgesehen. Die Bauwerkslänge beträgt rund 165 Meter. Bedingt durch den notwendigen Ersatzneubau der Stützwand und der beengten Platzverhältnisse wird die vorhandene Straße hinter der Stützwand beim Anlegen der Baugrube abgebrochen und muss anschließend neu gebaut werden.

 

Mit weiteren 510.000 Euro Fördermitteln wird die Wiederherstellung der Straßenböschung im Zuge der Kreisstraße K 9315 finanziert. Das Bauwerk befindet sich an der Kreisgrenze zum Erzgebirgskreis im Tal der Zwickauer Mulde zwischen Bad Schlema und Hartenstein. In einer langgezogenen Kurve befindet sich die Kreisstraße zwischen der Steilböschung zur Zwickauer Mulde und der Bahnlinie Zwickau – Schwarzenberg. Unterhalb der Kreisstraße zur Zwickauer Mulde ist auf einer Länge von rund 175 Metern ein Stützbauwerk vorhanden. Im Zuge des Hochwasserereignisses 2013 kam es bedingt durch eine fehlende Straßenentwässerung am Fahrbahnrand zu Ausspülungen im Bankettbereich. Des Weiteren sind durch das Hochwasser die Böschungen und das Stützbauwerk geschädigt. Durch Absackungen im Bankett sind Risse in der Asphaltdecke entstanden. Zur Schadensbeseitigung ist die Böschung durch einen Randbalken zu sichern. Der rückverankerte Stahlbetonrandbalken wird mit einer Gesamtlänge von rund 160 Metern gebaut. Die Gründung erfolgt mittels vertikal und schräg angeordneten Verpresspfählen. Die Randkappen werden mit einer Querneigung von 4 Prozent in Richtung Böschung ausgeführt. Die Kappe erhält einen konstruktiven Überhang von 10 Zentimetern mit einer Tropfkante. Die Fläche der Böschung zum Balken wird mit Betongitterplatten befestigt. Im Bereich des vorhandenen Auslaufs des Durchlasses wird an der Böschung eine Kaskade aus Bruchsteinen hergestellt. Am Böschungsfuß wird eine Steinschüttung angeordnet. Auf dem Randbalken ist eine passive Schutzeinrichtung mit Geländeraufsatz vorgesehen.

 

Für die Wiederherstellung des Bankett und die Beseitigung von Straßenschäden an der Kreisstraße K 9307 (Giegengrüner Straße) stehen dem Landkreis Zwickau rund 650.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Die K 9307 wird auf einer Länge von rund 500 Metern im Bereich der Ortslage Giegengrün saniert. Der Kreuzungsbereich mit der Verbindungsstraße zur K 9301 wird in den Baubereich einbezogen. Durch das stark abfließende Oberflächenwasser des Hochwasserereignisses 2013 wurden die Bankettbereiche ausgespült. Teilweise wurden die Asphaltoberbauschichten so unterspült, dass die Randbereiche der Fahrbahn starke Beschädigungen aufweisen. Beidseitig sind die Asphaltrandbereiche bis zu einer Breite von 1,20 Metern gerissen und teilweise schon abgebrochen. Die Tragfähigkeit des Oberbaus ist besonders im Bereich zwischen Bauanfang und dem Kreuzungsbereich mit der Verbindungstraße zur K 9301 nicht mehr gewährleistet. Durch die Ausspülungen wurden die im Straßenbereich befindlichen Durchlässe beschädigt und weisen an einigen Stellen Einbrüche im Fahrbahnbereich auf. Ebenfalls wurden die zur Oberflächenentwässerung dienenden Mulden- und Grabenbereiche stark beschädigt und teilweise zu gespült. Die fachgerechte Entwässerung der Fahrbahn kann somit nicht mehr gewährleistet werden. Für die Sanierung der K 9307 wird ein Regelquerschnitt für den maßgeblichen Begegnungsfall Lkw/Pkw mit einer Mindestfahrbahnbreite von 5,50 Metern für einbahnige Straßen vorgesehen. Der Regelquerschnitt setzt sich aus einer Fahrbahn mit zwei Fahrstreifen und beidseitig verlaufenden Banketten zusammen. Die Bankettbreite beträgt rund 1 Meter. Zur Angleichung der Bankette, Mulden oder Gräben an das anstehende Gelände wird die Ausbildung von Böschungen erforderlich. Damm- und Einschnittsböschungen für den Grabenbereich erhalten eine einheitliche Neigung. Zum Teil wird die Sicherung angrenzender Böschungen durch Winkelstützwandelemente aus Stahlbeton erforderlich.

 

Mit weiteren 530.000 Euro Fördermitteln wird der Ersatzneubau der Straßenbrücke über den Mühlgraben im Zuge der Kreisstraße K 6710 in Schlunzig finanziert. Die Kreisstraße K 6710 führt vom Knotenpunkt mit der K 9310 und der K 9316 (im Stadtteil Schlunzig der Stadt Zwickau) nach rund 400 Meter Streckenlänge zum Knotenpunkt mit der K 7310 (ebenfalls in Schlunzig) und ist Bestandteil der Verbindungsstraße zwischen Schlunzig und Wernsdorf. Die Mühlgrabenbrücke überführt die Kreisstraße über den vom Mülsenbach abzweigenden Mühlgraben, der unmittelbar unterstrom der Brücke zu einem Mühlteich aufgestaut wird. Im Zuge des Hochwasserereignisses vom Juni 2013 wurde das Bauwerk durch den Wasserdruck bewegt und die einzelnen Bauteile sind voneinander abgerissen. Mit der hier geförderten Baumaßnahme erfolgt der Ersatzneubau der Brücke über den Mühlgraben. Das neue Brückenbauwerk wird als Stahlbetonrahmenkonstruktion mit Tiefgründung und rund 90 Metern Straßenbaulänge (einschließlich Anpassungsbereiche) vorgesehen. Die lichte Weite wurde im Zuge der Überbauung der vorhandenen Widerlager mit 3,75 Metern (rechtwinklig) festgelegt. Im Zuge des Brückenneubaus werden die unmittelbar vorhandenen Ufermaueranschlüsse im Mühlteichbereich an den Brückenneubau angepasst. Als Absturzsicherung wird auf der Brücke ein 1 Meter hohes Holmgeländer ohne Drahtseil hergestellt.

 

Für aktuelle Informationen zum Bauvorhaben, insbesondere zum Bauablauf bitten wir um ergänzende Anfrage beim Bauherrn.

Marginalspalte

Pressekontakt

Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Zentrale

Isabel Siebert, Pressesprecherin und Bürgerbeauftragte

  • SymbolPostanschrift:
    Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Stauffenbergallee 24
    01099 Dresden
  • SymbolTelefon:
    (+49) (0351) 81 39 19 20
  • SymbolTelefax:
    (+49) (0351) 81 39 10 99
  • Symbolpresse@lasuv.sachsen.de
© Landesamt für Straßenbau und Verkehr