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27.10.2015 - Verkehrsgutachten zur Umgestaltung Jänkendorfer Kreuzung: Ampelkreuzung mit Bypass kann Umleitungsverkehr am besten bewältigen

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat für A 4-Umleitungsstrecke über Niesky an der Kreuzung B 115 / S 122 eine Verkehrstechnische Untersuchung beauftragt, um zu prüfen, wie die Leistungsfähigkeit im Umleitungsfall zu verbessern ist. Die Ergebnisse wurden heute in Dresden mit Vertretern des Landkreises und der Gemeinden Niesky und Waldhufen beraten. Im Ergebnis dieses Gutachtens kann im Umleitungsfalle nur eine umgebaute Ampelkreuzung mit einem neu zu errichtenden Bypass (separate Rechtsabbiegerspur von der S 122 aus Löbau in Richtung Görlitz auf die B 115 einfädelnd ohne Ampel) die großen Verkehrsmengen effizient bewältigen.

 

Im Umleitungsfall fahren durchschnittlich rund 12.000 bis 14.000 Fahrzeuge täglich auf der B 115. Das sind mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie ohne Sperrung einer Richtungsfahrbahn der  A 4. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass der Anteil an Schwerverkehrsfahrzeugen im Umleitungsfall mit 30 statt üblicher 5 Prozent um ein Vielfaches höher ist. Auf Grundlage dieser Daten wurden die Verkehrsströme für die verschiedenen Kreuzungsvarianten jeweils aus allen vier Richtungen sowie die jeweiligen Wartezeiten berechnet. Betrachtet wurden die gegenwärtige Ampelkreuzung im Bestand, ein Kreisverkehr, ein Kreisverkehr mit Bypass sowie eine Ampelkreuzung mit Bypass. Besonders deutlich werden die Unterschiede der einzelnen Kreuzungsvarianten im Umleitungsfall bei der Betrachtung der Verkehrsspitzenzeit am Nachmittag:

 

Auf allen vier Ästen bauen sich bei einem Kreisverkehr ohne Bypass besonders schnell Staus mit einer Länge von bis zu 2,2 Kilometer Länge auf. Eine Verbesserung für die Einfahrt in den Kreisverkehr von der S 122 aus Löbau bringt der mögliche Bypass: Mit dieser Lösung bleibt die S 122 aus Löbau weitestgehend staufrei, allerdings wird die Staulänge hier auf der B 115 aus Görlitz kommend umso länger (2,9 km). Hier zeigt sich, dass Kreisverkehre nur dann eine sinnvolle Lösung sind, wenn die Verkehrsmengen auf allen Einmündungen relativ gleichstark sind. Bei Umleitungsverkehr ist allerdings die Achse S 122 / Löbau – B 115 / Görlitz mehr als doppelt so stark belastet wie die übrigen Fahrbeziehungen, sodass letztlich alle Richtungen durch Stau beeinträchtigt werden.

 

Auch die gegenwärtige Kreuzungsgestaltung kann diese Spitzenzeit nicht bewältigen: Auf der B 115 aus Görlitz entsteht ein mehr als 6 Kilometer langer Stau. Die Verkehrsqualität einer um einen Bypass erweiterten Ampelkreuzung schneidet dagegen in allen Verkehrsbeziehungen gut ab: Es entstehen in keiner Verkehrsbeziehung längere Staus. Drei der vier Kreuzungsäste bleiben weitestgehend staufrei. Und mit rund 750 Metern Aufstelllänge auf der B 115 aus Görlitz kommend kann die Ampelkreuzung mit Bypass auch das höchste Verkehrsaufkommen in der Spitzenstunde im Umleitungsfall vergleichsweise flüssig abwickeln.

 

Auch eine Betrachtung von Flächenverbrauch und Kosten der verschiedenen Ausbauvarianten hat das Gutachten geliefert, entscheidungsrelevante Unterschiede konnten hier aber nicht ermittelt werden. Alle Ausbauvarianten würden zwischen 1,4 und 1,6 Millionen Euro kosten. Auch die Flächenverbrauche liegen ähnlich nah beieinander.

 

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr betrachtet im Ergebnis des Verkehrsgutachten den Ausbau der Jänkendorfer Kreuzung zu einer Ampelkreuzung mit Bypass als Vorzugsvariante. Sie schafft nicht nur die besten Bedingungen für heutige Verkehrsmengen, sondern auch Reserven für den prognostizierten mittelfristigen Anstieg der Verkehrszahlen auf der A 4-Ost.

 

Nach heutiger Abstimmung mit den Bürgermeistern Beate Hoffmann und Horst Brückner sowie dem Amtsleiter Dieter Peschel vom Landkreis Görlitz wird das Landesamt für Straßenbau und Verkehr das Gutachten und den Stand der Vorplanungen den Gemeindevertretern aus Niesky und Waldhufen sowie dem Technischen Ausschuss des Kreistags Görlitz im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 2. Dezember in Niesky vorstellen.

 

HINTERGRUND: Während der mehrmonatigen Sperrung des Tunnels Königshainer Berge nach einer Havarie im Mai 2013 war es auf der Umleitungsstrecke über Niesky an der Kreuzung B 115 / S 122 aufgrund des außergewöhnlich hohen Verkehrsaufkommens zu Staus gekommen. Auf der Umleitungsstrecke Niederseifersdorf-Kodersdorf erfolgte deshalb an der Ampel in Jänkendorf am 1. Juni 2013 die Neuprogrammierung der Verkehrsphasen, um die Stauerscheinungen zu mindern. Diese Anpassung auf die einzelnen Verkehrsströme wirkte sich bereits günstig auf den Verkehrsablauf aus. Zusätzlich werden nun weitere Verbesserungspotentiale gesucht, um in einem erneuten Havariefall, aber auch bei den regelmäßig erforderlichen Tunnelsperrungen für Wartungsarbeiten, möglichst staufreie Umleitungsverkehre zu ermöglichen.

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