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02.10.2014 - Ausbau der S177 nördlich Pirna: Neue Grün-Markierung wird angewendet

Im Zuge der Fertigstellung des Bauvorhabens „S177, Ausbau nördlich Pirna“ sind ab kommender Woche Markierungsarbeiten im Aus- und Neubaubereich vorgesehen. Dabei kommt ein neues Regelwerk für die Markierung von Landstraßen zur Anwendung. Die 2012 reformierten Richtlinien zur Anlage von Landstraßen enthalten neue Möglichkeiten, unter anderem zur Markierung von Straßen, deren Erprobung nun anläuft. Der Freistaat Sachsen wird im Zuge von Neu- und Deckenbaumaßnahmen 2014 die ersten Straßenabschnitte nach diesen neuen Regeln markieren, so auch an der S 177 nördlich Pirna. Hier wird mit einer grünen Mitteltrennung markiert.

Etwa zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle ereignen sich bundesweit auf Landstraßen, meist durch Abkommen von der Fahrbahn oder bei Überholvorgängen. Die Ursachen hierfür liegen vorwiegend in nicht angepasster Geschwindigkeit oder in Fehleinschätzungen von Abstand und Geschwindigkeit der entgegenkommenden Fahrzeuge. Um diesen Ursachen entgegenzuwirken und die Verkehrssicherheit auf Landstraßen nachhaltig zu erhöhen, wurden neue Planungsrichtlinien erarbeitet. Das Richtlinienkonzept verfolgt den Ansatz standardisierter Straßentypen mit Elementen, die einen deutlich wieder erkennbaren Straßenraum schaffen sollen. Danach gibt es vier verschiedene Typen von Landstraßen, die so gestaltet werden, dass der Verkehrsteilnehmer intuitiv weiß, wie er sich verhalten soll und seine Fahrweise entsprechend anpasst.

Bei Fernstraßen mit jeweils einer Spur je Richtung mit einer wechselseitigen Überholspur wird die Mitteltrennung zukünftig in grün markiert. Bei überregionalen Straßen soll die Mitteltrennung durch eine Doppellinie gekennzeichnet werden.

Die derzeit übliche Markierung zweispuriger Landstraßen mit durchgehenden weißen Randstreifen und einem unterbrochenen weißen Markierungsstreifen in der Fahrbahnmitte entspricht künftig der Regionalstraße. Neu ist hingegen wieder die Markierung von Nahbereichsstraßen. Hier werden zukünftig keine Mittellinien mehr markiert, sondern mit je einem halben Meter Abstand zu den Fahrbahnrändern unterbrochenen weißen Markierungslinien.

An der rund zehnjährigen Erarbeitungsphase der reformierten Markierungsklassen war die Bundesanstalt für Straßenwesen BASt im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums tätig. Der Verkehrswissenschaftler Professor Christian Lippold von der TU Dresden hat das Regelwerk als zuständiger Arbeitsgruppenleiter federführend mitgestaltet. Die Richtlinie wurde im vergangenen Jahr eingeführt und die darin enthaltenen Markierungsklassen werden bis zur Anpassung der StVO nun auf Versuchsstrecken umgesetzt.

Auf der „S177, Ausbau nördlich Pirna“ wird nun die Entwurfsklasse 1 umgesetzt. Die Markierung der Sperrlinien zur Fahrspurentrennung wird - sofern das Wetter trocken bleibt - ab dem kommenden Montag, den 6. Oktober auf einer Länge von 2,2 Kilometern realisiert, die Grünmarkierung des Mittelstreifens ab etwa 10. Oktober. Der Beginn liegt etwa 400 Meter nach der Anschlussstelle Graupa in Richtung Radeberg im Bereich des ehemaligen Abzweigs nach Jessen. Das Ende befindet sich im zurzeit gesperrten Neubaubereich nach der Talbrücke über den Bonnewitzer Grund.

Die gesamten Markierungsarbeiten im bereits freigegebenen Ausbaubereich bis zur neu errichteten Anschlussstelle Bonnewitz erfolgen unter Verkehr und werden im Verlauf des Oktobers abgeschlossen. Mit Verkehrseinschränkungen ist hier zu rechnen.

Im Neubaubereich werden die Markierungsarbeiten noch unter der bestehenden Vollsperrung durchgeführt, die Fertigstellung und Freigabe der Neubaustrecke ist für November 2014 geplant. 

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