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07.10.2013 - Spielzeugdorf Seiffen erhält touristische Unterrichtungstafeln an der A 4

Das Spielzeugdorf Seiffen erhält zwei touristische Unterrichtungstafeln. An der A 4 weisen künftig in Fahrtrichtung Görlitz zwischen den Anschlussstellen Berbersdorf und Siebenlehn sowie in Fahrtrichtung Aachen zwischen den Anschlussstellen Dreieck Nossen und Siebenlehn jeweils eine der charakteristischen braunen Tafeln auf einen lohnenden Abstecher hin. Das sächsische Verkehrsministerium hat einem entsprechenden Antrag der Gemeindeverwaltung Seiffen zugestimmt.

Die erzgebirgische Gemeinde Seiffen, seit 1956 Kurort auf dem Erzgebirgskamm ist bekannt für ihre Spielzeugmacher und deren Schauwerkstätten. Die Ursprünge des Ortes gehen allerdings auf den Zinnbergbau im 13. Jahrhundert zurück, als Zisterzienser aus dem böhmischen Kloster Osek auf eine zinnhaltige Seifenlagerstätte im Bereich des Seiffenbaches stießen und mit dem Abbau begannen. In einer 1324 für die Burg Sayda und die Burg Purschenstein ausgestellten Lehnsurkunde werden erstmals "Cynsifen" genannt. Die für das Erzgebirge typische bergbauliche Vergangenheit ist in Seiffen heute noch spürbar. Bekannt ist Seiffen allerdings weit über die Grenzen Sachsens hinaus für die traditionelle Holzkunstherstellung. Mit dem Niedergang des Bergbaus Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Holzbearbeitung in stärkerem Maße. Die wirtschaftliche Not zwang die Bergleute, sich dem Drechseln zuzuwenden. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden von den Seiffener Spielzeugmachern immer mehr miniaturisierte Figuren, Häuser und Fahrzeuge hergestellt. Kleinstspielzeug wurde sogar in Zündholzschachteln angeboten. Ursächlich für diesen Trend waren neben steigenden Holzpreisen veränderte Zollbestimmungen wichtiger Importländer, die Gewichtszölle anstelle von Warenwertzöllen einführten. Schweren, sperrigen Großspielzeugen war damit eine Ausfuhr stark erschwert. Der Kurort ist heute eine zentrale Produktions- und Verkaufsstätte von Holzspielwaren und wird deshalb auch als "Spielzeugdorf" bezeichnet. Über 140 Handwerksbetriebe und Volkskunsthersteller haben sich zur Genossenschaft der Drechsler, Bildhauer, Holz- und Spielwarenhersteller zusammengeschlossen. Die Herstellung der Volkskunstprodukte erfolgt überwiegend in klein- und mittelständischen Werkstätten, Familien- und Handwerksbetrieben.

„Im international bekannten Seiffen, wo sich bis heute die Menschen mit dem traditionellen erzgebirgischen ‚Glück auf‘ begrüßen, begeistert die Handwerkertradition des Schnitzens und Drechselns jeden Gast aufs Neue“, so Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok (FDP). „Mit den neuen Hinweistafeln an der Autobahn wollen wir dafür sorgen, dass sich vorbeifahrende Touristen für einen Abstecher in das Spielzeugdorf Seiffen entscheiden.“

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat heute die verkehrsrechtliche Anordnung zur Aufstellung der touristischen Unterrichtungstafeln erteilt. Im nächsten Schritt ist die Gemeindeverwaltung Seiffen als Antragsteller gefragt: Die Aufstellung kann vorgenommen werden, sobald die Schilder gefertigt sind.

Die Unterrichtungstafel finden Sie in der Anlage.

Hintergrund:
Im Freistaat Sachsen dürfen an Autobahnen zwischen zwei Anschlussstellen insgesamt bis zu vier touristische Hinweistafeln und damit doppelt so viele wie nach Bundesrecht allgemein vorgesehen aufgestellt werden. Eine entsprechende Verwaltungsvorschrift hatte der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Sven Morlok (FDP) 2011 erlassen.
Für touristische Unterrichtungstafeln an Autobahnen (StVO Zeichen 386.3) gilt in Ergänzung der Bundesrichtlinien für die touristische Beschilderung (RtB) im Freistaat Sachsen Folgendes:
a) Touristische Unterrichtungstafeln dienen als Hinweis auf touristisch bedeutsame Ziele.
b) Vor Anschlussstellen dürfen bis zu vier touristische Unterrichtungstafeln stehen, wenn es die örtlichen und verkehrlichen Verhältnisse zulassen.
c) Zwischen den einzelnen Unterrichtungstafeln soll ein Mindestabstand von 250 Meter eingehalten werden.
d) Unterrichtungstafeln nach den oben genannten Maßgaben sind auch an autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen möglich. Dies betrifft Straßen mit je zwei Fahrstreifen für eine Richtung, die durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche Einrichtungen getrennt sind. Voraussetzung ist, dass es sich um einen längeren Streckenabschnitt (ab ca. 10 Kilometer) außerhalb geschlossener Ortschaften handelt.
Die Kosten der Schilder tragen die Antragsteller.

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Pressekontakt

Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Zentrale

Isabel Siebert, Pressesprecherin und Bürgerbeauftragte

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